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von | Sep 21, 2020

Rauch aus kleiner Schale mit Kräutern
Kräuter rauchen leicht gemacht – Ein kleines ABC rauchbarer Kräuter

Kräuter rauchen leicht gemacht

Ein kleines ABC der rauchbaren Kräuter

Vor der Verbreitung des normalen Tabaks hatte das Kräuter rauchen bereits eine lange Tradition in Europa. Bis heute wird der Rauch von Kräutern zudem in vielen Ländern zu kulturellen und medizinischen Zwecken eingesetzt. Auch im deutschsprachigen Raum erfreuen sich rauchbare Kräuter in jüngster Zeit wieder einer zunehmenden Beliebtheit.

Kräuter können dabei in Gestalt fertiger Kräuterzigaretten, als selbstgemachte Mischungen oder in Kombination mit Cannabis konsumiert werden. Doch welche Geschichte steckt hinter der Verwendung von Kräutern als Rauchmittel? Warum erlebt das Kräuterrauchen gerade jetzt ein neues Revival? Und wie unterscheiden sich einzelne Kräutersorten eigentlich hinsichtlich ihres Geschmacks und ihrer Wirkung? Diese und weitere Fragen wird der folgende Beitrag näher beleuchten.

Kräuter in einem Mörser

Eine kurze Geschichte des Kräuterrauchens

Zu medizinischen Zwecken Kräuter zu rauchen war bereits im antiken Griechenland verbreitet. So empfiehlt etwa Hippokrates den Huflattich als eine Heilpflanze, deren Rauch gegen Husten eingesetzt werden kann. Darstellungen rauchender Männer auf Tongefäßen in Deutschland, England und der Schweiz weisen zudem darauf hin, dass auch die Kelten den Rauch von Kräutern nutzten. Neben Lattich und Dost rauchten diese ebenso die Blüten des Löwenzahns. Unterschiedliche antike Schriftsteller berichten außerdem von der Hanfsauna der Skythen, die einen wichtigen Teil in deren Totenritual einnahm. An den Höfen des Mittelalters wurden hingegen vor allem Brombeerblätter, Minze und Rotkleeblüten wie auch Rosen- und Veilchenblättern konsumiert. Mit der Einführung des Tabaks ab dem 15. Jahrhundert wurde das Kräuterrauchen in Europa schließlich weitestgehend durch das Tabakrauchen verdrängt.

Aber auch in anderen Kulturkreisen war das Rauchen von Kräutern fester Bestandteil des Alltags. So besitzt Kräuterrauch etwa eine äußerst lange Tradition in den Verfahren der indischen und asiatischen Heilkunst. Einen hohen Stellenwert nehmen Kräuter ebenso in den Riten vieler lateinamerikanischer Kulturen ein. Dies gilt insbesondere für das Volk der Mazateken, die für ihre zeremonielle Verwendung von Azteken-Salbei bekannt sind. Dabei handelt es sich um eine psychoaktiv wirksame Salbeiart, die als starkes Halluzinogen eingestuft wird. In niedrigen Dosierungen diente der Salbei zur Behandlung körperlicher Beschwerden. Größere Mengen des Salbeis zu rauchen war hingegen eine gängige Praxis, mit der die Schamanen ihren rituellen Rauschzustand herbeiführten.

Das Rauchen von Kräutern – Eine gesunde Alternative zur Tabakzigarette?

Für gewöhnlich beinhaltet der Rauch einer Tabakzigarette rund 4800 chemische Substanzen, von denen mehr als 70 krebserregend sind. Demgegenüber weist der Rauch naturbelassener Kräuter weitaus weniger gesundheitsschädliche Stoffe auf. Dies stellt sicherlich einen der Hauptgründe für die neue Popularität des Kräuterrauchens dar. Doch obwohl Kräutermischungen generell weniger belastend für die Gesundheit sind, sollte nicht vergessen werden, dass auch diese beim Verbrennen letztlich schädliche Substanzen – wie etwa Schwermetalle oder Kohlenmonoxid – freisetzen.

Zigarette mit Stop Schild

Im Gegensatz zu den gängigen Tabakprodukten ist ein Großteil der Kräutermischungen zudem frei von dem Suchtstoff Nikotin. Daher weisen Kräutermischungen generell ein deutlich geringeres Abhängigkeitsrisiko auf und können deshalb selbst Rauchern von normalen Zigaretten erfolgreich bei der Entwöhnung helfen.

Ein weiterer Vorteil von Kräutermischungen ist ihre große Vielfalt an Geschmäckern und Wirkungsweisen. So finden sich unterschiedliche Kräutersorten mit besonders milden oder würzigen Aromen, die dabei einen entspannenden oder anregenden Effekt haben können. Kräuter zu rauchen eröffnet dir somit weitaus mehr individuelle Möglichkeiten, als der Gebrauch von klassischem Tabak.

Kräuterrauchen leicht gemacht – Wie lassen sich rauchbare Kräuter konsumieren?

Wenn du Kräuter rauchen möchtest, kannst Du dies auf unterschiedliche Weisen tun. Zu den einfachsten Optionen zählt sicherlich der Genuss von vorgefertigten Kräutermischungen. Dabei handelt es sich um tabak- und nikotinfreie Produkte, die aus getrockneten Kräutern – wie etwa Haselnussblättern, Melisse und Damiana – bestehen. Zu den beliebtesten Marken gehören unter anderem Nirdosh, Old Farmers, RealLeaf, Wild und Sweed.

Teekräuter zum Wort Tea geformt

Kräuter selber mischen

Solltest du Wert auf ein individuelles Geschmackserlebnis legen, empfiehlt es sich hingegen eine eigene Kräutermischung herzustellen. Viele der Kräutersorten sind dabei bereits in Form von Tees oder Küchenkräutern erhältlich und müssen nur noch in einem Mixer zerkleinert werden. Um ein perfektes Raucherlebnis zu haben, solltest du jedoch stets darauf achten, schlecht brennbare Geschmackskräuter mit sogenannten Basiskräutern zu kombinieren. Erstere wären etwa Damiana oder Minze, während gut glimmbare Basiskräuter beispielsweise Huflattich oder Salbei sein können. Sehr trockene Kräuter kannst du zudem erneut befeuchten, indem du diese mit einem Stück Apfel in einem geschlossenen Gefäß einlagerst. Dies verringert das Kratzen im Hals beim Inhalieren. Ein entsprechendes Angebot an Kräutersorten findest du üblicherweise in Bioläden und Reformhäusern wie auch bei diversen Anbietern im Internet.

Zerkleinertes CBD wird auf Paper gelegt

Kräuter und Cannabis

Eine besondere Form Kräuter zu rauchen ist die Kombination von rauchbaren Kräutermischungen mit Cannabis. Hierbei ersetzt man den gewöhnlichen Anteil an Tabak einfach durch die bevorzugten Kräutersorten. Allerdings bleibt zu beachten, dass einige der Kräutersorten die Wirkung von Cannabis beeinflussen können. Generell gehören Lavendel, Minze und das echte Johanniskraut zu jenen Kräutern, die den entspannenden Effekt von Cannabis unterstützen.

Zitronig oder würzig? Die Terpene machen’s!

Besonders interessant sind auch die Effekte der in den Kräutern vorhandenen Terpene. Diese Terpene bilden einen wichtigen Bestandteil in den ätherischen Ölen vieler Pflanzen und haben die besondere Fähigkeit, menschliche Stimmungen zu beeinflussen. Außerdem sind sie auch für den Geschmack eines Krauts verantwortlich. Die rauchbaren Kräutermischungen können selbst bereits Terpene beinhalten, welche die Wirkung von Cannabis positiv beeinflusst. Es können aber auch Öle mit den gewünschten Terpenoidverbindungen den Kräutern nachträglich beigemischt werden. Dies kann zum Einen den Geschmack der Kräuter-Cannabis-Mischung verbessern, sowie auch die Wirkungsweise etwa in eine entspannende oder auch aufmunternde Wirkung lenken.

Rosmarin und Zitrone - Terpene

Die beliebtesten Kräutersorten im Überblick

Abschließend stellen wir dir noch einige der populärsten Kräutersorten vor. Als Erstes ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Basiskräutern:

Beifuß

Der Beifuß gehört zu den ältesten Rauchkräutern und entwickelt einen feinherben Geschmack. Aufgrund seiner subtilen psychoaktiven Wirkung wird der Beifuß auch als Traumkraut bezeichnet.

Huflattich

Die Blätter des Huflattich wurden bereits von den antiken Griechen als Heilmittel gegen Husten geraucht. Der Geschmack der Blätter ist eher dezent und erinnert bisweilen an Nüsse.

Salbei

Der Salbei ist eine traditionelle Heilpflanze, die unter anderem gegen Husten und Verdauungsprobleme eingesetzt wird. Salbei zu rauchen lohnt sich insbesondere für Liebhaber eines sehr würzigen und aromatischen Geschmacks.

Salbei Kraut

Den Basiskräutern kannst du beliebig viele der folgenden Geschmackskräuter beimischen:

Himbeerblätter

Getrocknete Himbeerblätter zeichnen sich durch ein leicht herbes und wohltuendes Aroma aus. Häufig werden sie gemeinsam mit Auszügen von Minze und Königskerze geraucht.

Minze

Die Blätter der Minze sind weithin für ihre Heilkräfte und ihren erfrischenden Geschmack bekannt. Dem Rauch der Minze wird zudem eine entspannende Wirkung zugeschrieben.

Melisse

Im Zuge ihrer beruhigenden und angstlösenden Eigenschaften zählte die Melisse bereits während des Mittelalters zu den bekanntesten Heilpflanzen. Ihr zitronenartiger Geschmack kommt vor allem während der Sommermonate umfassend zur Geltung.

Aufgrund ihrer jeweiligen Wirkungsweisen eignen sich die folgenden Kräutersorten besonders gut für Mischungen mit Cannabis:

Damiana

Die Blätter der Damiana besitzen eine stimulierende und euphorisierende Wirkung. Zudem ergänzen sie das Aroma von Cannabis auch hervorragend auf geschmacklicher Ebene.

Kratom

Das aus Südostasien stammende Kratom wird bereits seit längerer Zeit in Kombination mit Cannabis geraucht. Seine Eigenschaften führen zu einer deutlichen Steigerung und Verbesserung der Cannabis-Wirkung.

Lavendel

Der Rauch des Lavendel zeichnet sich durch ein eher dominantes und süßliches Aroma aus. Aufgrund seiner stresslindernden und schlaffördernden Wirkung bildet Lavendel eine ausgezeichnete Ergänzung zu den Eigenschaften von Cannabis.

Noch mehr tolle Kräuter zum Rauchen findest du auch in dem Beitrag Mische dein Weed – aber nicht mit Tabak!

2 Kommentare

  1. Inka

    Hallo Floki,

    Du hast gerade bei mir einen Kommentar hinterlassen und quasi Werbung zum Kräuter rauchen gemacht. Bitte informiere Dich mal über aktuelle Studien und die Gefahren. Es deutet vieles darauf hin, dass Kräuter rauchen mindestens so krebserregend ist wie Tabak rauchen.
    Woher Deine Annahmen kommen, das sei weniger schädlich, weiß ich nicht. Falls Du solche Studien gelesen hast, teil sie hier doch bitte. Falls nicht, finde ich es ehrlich gesagt ziemlich fahrlässig, den Leuten einfach zu erzählen, dass Kräuter rauchen gesünder ist.
    https://utopia.de/ratgeber/kraeuterzigarette-wieso-du-auf-den-tabakersatz-verzichten-solltest/

    Gruß
    Inka

    Antworten
    • FlokesMokes

      Liebe Inka,

      danke für deinen Kommentar!

      Dass Kräuterrauchen per se „gesünder“ ist, habe ich nie gesagt. Klar ist jeder inhalierte Rauch von verbrannten Pflanzen, egal welcher Art, ungesund für den Menschen, da dabei immer Schadstoffe entstehen. Das ist ja auch eindeutig in meinem Beitrag beschrieben.

      Dass sie WENIGER schädlich sind, wird aber sogar in deinem verlinkten Artikel kurz erwähnt. Es geht ja in erster Linie darum, von der Sucht nach Zigaretten wegzukommen. Diese Sucht wird durch das im Tabak enthaltene Nikotin ausgelöst und führt zu einer physischen Abhängigkeit. Dass eine Alternative in Form einer Kräuterzigarette ohne Tabak und daher ohne Nikotin dabei helfen kann, diese physische Abhängigkeit zu reduzieren, bzw. ganz zu eliminieren, halte ich daher für unbestritten.

      Darüber hinaus wird Tabak oft mit zusätzlichen, schädigenden und synthetisch hergestellten Additiven versetzt. Beim Anbau werden Pestizide und Herbizide verwendet.
      Das alles findest du bei naturbelassenen Kräutern nicht…

      Die „chinesische Studie“ in deinem verlinkten Artikel bezieht sich übrigens auf, Zitat: „Chinese ‚Herbal‘ Cigarettes“ welche mitnichten reine Kräuterzigaretten sind! Es handelt sich laut Beschreibung dieser Studie um Zigaretten, bei deren Produktion lediglich „Extrakte medizinischer, chinesischer Kräuter“ auf die Tabakblätter aufgesprüht werden und diese daher als „gesündere“ Zigaretten vermarktet werden. Es sind also gewöhnliche Tabakzigaretten mit Kräuterextrakten als Zusatz. Eine ziemliche Mogelpackung, also kein Wunder, dass diese ebenso schädlich und krebserregend sind. Da hätte utopia.de wohl etwas besser recherchieren sollen. Aber hauptsache reißerische Überschriften 😉

      Fakt ist, reine Kräuterzigaretten sind wissenschaftlich aktuell noch zu wenig erforscht, um hier genaue Aussagen bezüglich des „wie schädlich“ zu treffen. Weniger schädlich als Tabak sind sie aber aufgrund der genannten Tatsachen allemal, das kann auch keine Studie widerlegen 🙂

      Falls dich das Thema interessiert, kann ich dir die Bücher „Kräutertabak“ von Christa Öhlinger-Brandner und „Leben ohne Nikotin“ von Christine Engelbrecht wärmstens ans Herz legen!

      Liebe Grüße
      Floki

      Antworten

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