(Drogen)-Konsum während Corona

Titelbild Konsum während der Pandemie

INHALT:

1. Warum wir während Corona mehr konsumieren

2. Nicht nur Drogen sind ein Problem

3. Was kann ich gegen den Corona-Konsum tun?

4. Die 10 besten Aktivitäten während Corona

5. Was sonst noch hilft

6. Das Smartphone – auch eine Droge!

7. Gönne dir ruhig – aber in Maßen

8. Hilfe bei Sucht und Depression

9. Fazit / zu faul zum Lesen

Es werden mehr Rauschmittel konsumiert denn je

Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt der Konsum von Alkohol und anderen Drogen stetig zu. Legale Drogen, allen voran Alkohol und Tabak, aber auch illegale, wie etwa THC-haltiges Cannabis, werden häufiger konsumiert.

Eine von der österreichischen Suchthilfestelle „Checkitdurchgeführte Online-Studie kam zu dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte der Befragten mehr konsumiert als noch vor der Pandemie. Den Großteil der Substanzen machen dabei Alkohol und Cannabis aus. Jeder Fünfte der Studienteilnehmer gab sogar an, seit der Einführung der Corona-Maßnahmen Drogen zu konsumieren, die davor noch nie eingenommen wurden.

Auch weitere Studien und Institutionen bestätigen die Zunahme des Konsums während Corona.

Warum wir während Corona mehr konsumieren

Die Gründe dafür sind vielfältig. Viele Menschen haben schlicht mehr Zeit zur Verfügung und fühlen sich durch den Lockdown gelangweilt. Ein viel ernst zu nehmender Grund für die Zunahme sind aber psychische Belastungen. Diese ergeben sich oft unweigerlich durch die teilweise sehr harten Eindämmungsmaßnahmen.

Social Distancing, eine unsichere Markt- und Jobsituation, Schwierigkeiten in der Beziehung und auch die Angst vor Corona selbst sind mitunter Gründe, warum viele von uns vermehrt Stress und auch depressive Verstimmungen verspüren. Viele flüchten sich deshalb in einen erhöhten Konsum.

Nicht nur Drogen sind ein Problem

Corona sorgt nicht nur für einen gesteigerten Drogenkonsum. Auch folgende, teils sehr schädliche Verhaltensweisen können durch die Pandemie zu einer Art Sucht werden.

  • Social-Media-Konsum
  • Online-Shopping
  • Porno-Konsum
  • Glücksspiel
  • Essstörungen
  • Online-Gaming
  • Und noch viele mehr

Diese und andere Tätigkeiten dürfen auf keinen Fall unterschätzt werden. Wer einmal einer, oder gar mehrerer, dieser Süchte verfallen ist, kommt mitunter nur sehr schwer wieder davon weg. Auch dann wird oft professionelle Hilfe benötigt, da man es alleine nicht mehr schafft.

Du siehst also, dass es keine Substanzen sein müssen, damit es zu problematischem Konsum kommen kann. Nachfolgend werden wir dir einige Tipps geben, wie du eine mögliche Sucht frühzeitig erkennst und wie du dagegen vorgehen kannst.

Was kann ich gegen den „Corona-Konsum“ tun?

Ganz egal, ob es sich um Alkohol, Cannabis, Pornos oder Online-Shopping handelt. Wenn du dich von erhöhtem Konsum ebenfalls betroffen siehst, solltest du selbstreflektierend an die Sache herangehen.

Der erste Schritt ist festzustellen, ob du tatsächlich mehr konsumierst, als noch vor der Pandemie. Und ob es sich dabei um eine Sucht handeln könnte. Ein eindeutiges Indiz dafür kann sein, dass du den Großteil deines Tages an nichts Anderes mehr denkst, als an den nächsten Konsum. Sei es das Feierabendbier, der Joint zum Entspannen, oder das neue Kleid, das du schon zum fünften Mal im Instagram-Feed bemerkt hast.

Als nächstes musst du die Entscheidung fassen, etwas dagegen zu unternehmen.

Was Konsum in uns bewirkt

Konsum hat immer nur ein Ziel. Die Stimulierung von bestimmten Gehirnrezeptoren und die Steigerung von Botenstoffen, wie etwa Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Diese bewirken sodann ein erhöhtes Glücksgefühl oder auch eine vermeintliche Steigerung der Leistungsfähigkeit oder des Selbstbewusstseins.

Doch nicht nur schädigende Drogen wie Alkohol und Tabak oder ungünstige Verhaltensweisen wie Porno- oder Schokoladen-Konsum können diese Gefühle auslösen. Auch bestimmte Aktivitäten, die sogar sehr gesund und wohltuend für unseren Körper und unser Gehirn sind, können uns in solche Zustände der Ekstase versetzen.

 

Ablenkung und Zeit für dich

Ein wichtiger Punkt, gegen deinen Konsum in Corona-Zeiten vorzugehen, ist Ablenkung. Wir geben zu, die Möglichkeiten dazu sind während einer Pandemie oder gar während eines Lockdowns stark begrenzt. Dennoch gibt es viele Wege, die dich auf andere Gedanken bringen, sowie dich zu besserer Laune führen können. Und das ganz ohne schädigendem Verhalten.

Nachfolgend eine kleine Liste an wunderbaren Aktivitäten, die dich ablenken und dir wertvolle Zeit für dich selbst schenken.
Heißer Tipp: Verteufle etwas nicht gleich von Anfang an, bevor du es nicht zumindest ein paar Mal probiert hast!

Die 10 besten Ablenkungen und Aktivitäten während Corona

  1. Yoga
  2. Selber Kochen
  3. Lange Spaziergänge
  4. Wandern (auf einen Berg oder im Wald)
  5. Mandalas malen
  6. Eine Leinwand bemalen
  7. Bücher lesen
  8. Meditieren (zuhause oder an einem schönen Plätzchen in der Natur)
  9. Etwas Neues lernen, wie ein Instrument
  10. Joggen

Diese und andere Unternehmungen halten dich nicht nur körperlich und geistig fit, sondern sorgen auch für natürliche Glücksgefühle. Da sie, genauso wie gewisse Substanzen, Glückshormone ausschütten. Eine legale und gesunde Art also, um „high“ zu werden.

Routine reinbringen

Am besten ist es, wenn du Routine in deinen Tagesablauf reinbringst. Das erhöht deine Selbstdisziplin und damit die Chance, dass du deine Zeit sinnvoll nutzt.

Das funktioniert etwa damit, wenn du dir eine Art Stundenplan anlegst, nach dem du deine Tagesabläufe planst. Nach dem Aufstehen könntest du zum Beispiel eine kleine Yoga-Einheit machen, eine Runde Laufen gehen, oder kurz Meditieren. Danach bist du schon mal viel ausgeglichener und startest frisch und konzentriert in den Tag, der dir bevorsteht. Abends kommt in deinen Stundenplan etwa, ein Buch zu lesen, oder einen entspannenden Spaziergang im Wald oder im Park zu machen.

Auch sehr angenehm kann es sein, einfach nur gute Musik zu hören. Ohne dabei ins Handy zu schauen, oder nebenbei den Fernseher laufen zu lassen. Nur du, deine Musik und deine Gedanken. Sonst nichts.

Besonders in Zeiten des Home-Office und der Kurzarbeit haben wir oft schlicht und einfach zu viel Zeit übrig. Nutze diese Zeit nicht, um stundenlang in dein Smartphone zu starren. Natürlich bringt das regelmäßige abchecken deiner Social-Media Feeds eine kurzfristige Befriedigung, da du dich „auf dem neuesten Stand gebracht“ fühlst, oder einfach nur der Meinung bist, sozial interagiert zu haben.

Das Smartphone – auch eine Droge

Warum schauen wir eigentlich so häufig auf das Smartphone? Hast du dich das schon mal gefragt? Meist geht es dabei um das kurzfristige Befriedigen des inneren Gefühls, etwas Wichtiges zu verpassen. Oft fühlen wir uns auch einsam oder isoliert, wenn wir nicht regelmäßig und intensiv unsere Apps abchecken.

Doch sind dies meist nur „Scheingefühle“ und sie erfüllen dich nicht von Dauer. Und um eine „gesunde“ Art von Tätigkeit handelt es sich dabei auch ganz bestimmt nicht. Das solltest du unbedingt beachten. Die Zeit, die du mit deinem Handy verbringst, könntest du stattdessen viel besser nutzen. Etwa mit einer der 10 vorhin genannten Aktivitäten – das wäre für deinen Körper und deinen Geist einfach viel vorteilhafter.

Versuche, so oft wie möglich, dem Drang nach dem Griff zum Smartphone zu widerstehen. Und mache stattdessen etwas ganz Anderes. Schalte dein Handy aus und sperre es weg, wenn nötig.

Reduziere bewusst deinen Handykonsum

Reduziere kontinuierlich deinen Smartphone-Gebrauch und du wirst nach einiger Zeit merken, dass du dich viel besser fühlst. Die meisten Handys oder Apps, wie Instagram, unterstützen mittlerweile eine Erfassung deiner Bildschirmzeit. Man kann dazu Erinnerungen einrichten, die aufpoppen, wenn du deine eingestellte Zeit am Smartphone erreicht hast.

Du willst mehr soziale Interaktion? Selbstverständlich, und das ist auch eines der Grundbedürfnisse von uns Menschen. Aber viel besser wäre es doch, wenn du statt Posts zu liken, ein paar gute Freunde direkt anrufst. Ja richtig gelesen – anrufen! Tu einfach so, als wären wir wieder in den 90er-Jahren. Am besten rufst du Freunde an, mit denen du schon länger nichts mehr zu tun hattest. Quatscht ein bisschen über Gott und die Welt, oder lästert über alte Schulkameraden. Das erzeugt eine viel fröhlichere und verbundenere Stimmung als auf Instagram und Co. Versprochen!

Oder ruf mal wieder deine Oma an – die würde sich riesig freuen 🙂

Gönne dir ruhig, aber in Maßen

Bitte nicht falsch verstehen – wir möchten hier lediglich auf bedenklichen Konsum, egal in welcher Form, hinweisen. Natürlich spricht nichts gegen ein gelegentliches, kühles Bier, oder eine kleine „Tüte“ in der Sonne. Gerade jetzt, wo es wieder langsam wärmer wird. Oder gegen einen gechillten Zockertag auf der Couch.

Doch dein Konsum sollte während Corona nicht höher sein als sonst. Denn das kann schnell in eine Abwärtsspirale führen.

Wir wollen dir zeigen, dass es einen großen Unterschied dazwischen gibt, sich gelegentlich etwas Gutes zu tun, oder aufgrund zwanghaftem Verhalten zu handeln. Beobachte dich öfter selbst. Schaffe ein objektives Bild von dir und entscheide, ob es an der Zeit ist, zu handeln. Mache dir dein tägliches Leben wieder bewusster und sprich auch Freunde oder Bekannte an, falls du bei ihnen bedenkliche Verhaltungsweisen feststellst.

Und nicht zuletzt gilt: Lasse dein Leben niemals von anderen Dingen bestimmen. Lebe dein Leben selbst!

Hilfe suchen zeigt von Stärke

Kennst du jemanden, der aktuell an bedenklichen Konsum, Depressionen oder gar Suizidgedanken leidet? Oder bist du sogar selbst betroffen? Scheue dich nicht davor, Hilfe anzunehmen. Melde dich bei einer der jeweiligen Beratungshotlines in deinem Land.

BERATUNGSHOTLINES:
DEUTSCHLAND 0800 377 377 6
ÖSTERREICH
01 4000 53000
SCHWEIZ 071 686 48 02

Auch folgende Websites können dich bei Problemen unterstützen und dir nützliche Informationen liefern:

DEUTSCHLAND   https://www.deutsche-depressionshilfe.de/ und https://www.dhs.de/
ÖSTERREICH   https://mindbase.at/
SCHWEIZ   https://www.npg-rsp.ch/de/metanav/an-betroffene-angehoerige-hilfe-suchende.html

Fazit oder zu faul zum Lesen

Gerade in Zeiten von Corona steigt der Konsum von legalen und illegalen Drogen stetig an. Doch nicht nur Substanzen, sondern auch der Konsum von Online-Shopping, Social Media, Glücksspiel und anderen Dingen kann sich schnell zu einer Sucht entwickeln.

Der Auslöser oder die Folgen davon sind oft Depression und andere psychische Belastungen.

Beobachte dich selbst und lenke dich ab, in dem du gesunden Aktivitäten nachgehst wie etwa Joggen, Meditieren, Lesen, Zeichnen oder dich Weiterbilden. Bringe auch wieder mehr Routine in dein Leben, etwa durch deinen persönlichen Stundenplan.

Scheue dich nicht davor, Hilfe zu suchen. Auch Freunden oder Bekannten, bei denen du ein bedenkliches Verhalten feststellst, solltest du Hilfe anbieten. Nutze dazu die entsprechenden Websites oder Beratungshotlines.

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