CBD wirkungslos bei Schmerzen? Skandal um neue Studie!

Wie du vielleicht in den Medien gehört hast, wurde im November 2023 eine Studie veröffentlicht, die nahe legt, dass CBD wirkungslos bei Schmerzen sei.

Warum diese Aussagen aber so nicht korrekt sind, was an der Studie fragwürdig ist und wie sie falsch interpretiert wurde, erfährst du hier.

CBD angeblich unwirksam bei Schmerzen

Teilweise große Medienformate wie der österreichische ORF verbreiteten kürzlich reißerische Schlagzeilen, wie „CBD lindert laut Studie Schmerzen nicht“ oder auch „CBD wirkt nicht besser als Placebo“ wie etwa der Kurier berichtete.

Grundlage für diese Meldungen war eine von der MedUni Wien durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zu Cannabidiol bei chronischer Osteoarthritis. Diese Pramhas-Studie⁰ und besonders die Berichte in den Medien vermittelten dabei den Eindruck, CBD habe keinerlei Wirkung bei (chronischen) Schmerzen.

So wurde die CBD Studie durchgeführt:

Die 86 behandelten Patienten und Patientinnen mit schmerzhaften Gelenksentzündungen im Knie bekamen im Zuge dieser Studie neben dem Schmerzmittel Paracetamol auch CBD-Isolat verabreicht.

Die Kontrollgruppe bekam statt CBD ein Placebo verabreicht, aber dennoch die gleiche Menge Paracetamol wie die CBD-Gruppe.

Die reine Gabe von CBD wurde hier also gar nicht untersucht. Es handelt sich um einen Vergleich von:

  1. Paracetamol + CBD
  2. Paracetamol + Placebo
Frau mit schmerzendem Knie aufgrund einer chronischen Osteoarthritis

In der Studie wurden 86 Personen mit Arthritis im Kniegelenk Paracetamol und CBD verabreicht.

Schmerzmittel alleine genauso wirksam wie in Kombination mit CBD

Der Ausgang dieser Untersuchung war, dass die Gruppe mit Paracetamol plus Placebo keine verbesserte Schmerzlinderung wahrnahm als jene Patienten, welche zusätzlich CBD erhielten. Somit wissen wir durch diese Studie nun, was schon durch frühere Untersuchungen¹ vermutet wurde, dass CBD nämlich zusätzlich zu Paracetamol keinen gesteigerten Effekt hat.

Die Schlussfolgerung für viele Medien war daher: CBD ist wirkungslos bei Schmerzen.

Wo genau hier nun der Haken liegt, kannst du vermutlich schon erahnen?

 

CBD und Paracetamol wirken auf den gleichen Rezeptor

Erst einmal erklären wir kurz, warum CBD zusätzlich zu Paracetamol keine Vorteile verschafft.

Neben dem Umstand, dass die genaue Wirkungsweise von Paracetamol bis heute nicht gänzlich erforscht ist, wissen wir aber Folgendes:

Paracetamol sowie Cannabidiol (CBD) wirken auf die gleichen Rezeptoren in unserem Körper. Genauer gesagt wirkt Paracetamol über den Cannabinoid-Rezeptor CB1.

Und da auch CBD auf diesen Rezeptor wirkt, ist es möglich, dass durch den bereits von Paracetamol besetzten CB1 Rezeptor kein CBD mehr aufgenommen werden kann. Somit kommt es auch zu keinem zusätzlichen Effekt des Cannabidiols.

Die Versuchspersonen erhielten eine hohe Dosis Paracetamol und zusätzlich eine geringe Dosis reines CBD.

Pramhas-CBD-Studie kaum aussagekräftig

Diese kleine Studie an 86 Menschen sagt somit nur aus, dass CBD in Kombi mit Paracetamol keinen zusätzlichen Benefit bringt.

Wie eine kaum aussagekräftige Studie also zu solchen, gegen die CBD-Hersteller fast hetzerischen Meldungen führt, lässt uns staunen.

CBD sei unwirksam in jeglicher Hinsicht, CBD ist wirkungslos bei allen Arten von Schmerzen und CBD ist sowieso nur eine Geldmacherei und nicht besser als Homöopathie oder Placebos. So lautete der allgemeine Tenor von Medien und Kommentaren zu dieser CBD-Studie.

Wobei Globuli allem Anschein nach sogar noch einen besseren Ruf als CBD genießen, trotz fehlender wissenschaftlicher Evidenz.

Unwirksam ist CBD noch lange nicht

Völlig unbeachtet bleiben in der Studie und den Pressemeldungen folgende, bereits untersuchte und bekannte Gegebenheiten:

 

1. Vollspektrum-Hanfextrakt wirkt besser als reines CBD

In der Studie wurde nur reines CBD-Isolat verwendet. Es ist lange bekannt, dass Hanf-Extrakte, welche neben CBD auch die anderen Cannabinoide und Terpene der Hanfpflanze beinhalten, eine weit bessere Wirkungsweise erzielen können.

So kam etwa die Gallily-Studie² zu dem Ergebnis, dass für die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung ein reines CBD-Isolat mehr als doppelt so hoch dosiert werden muss als ein CBD-reiches Hanfextrakt.

 

2. Andere Schmerzmittel + CBD möglicherweise wirkungsvoll

Das untersuchte Schmerzmittel Paracetamol profitiert aufgrund dessen Wirkungsweise nicht von der zusätzlichen Gabe von CBD.

Für andere Schmerzmittel wie Diclofenac, Indomethacin oder Metamizol trifft diese Aussage aber womöglich nicht zu, da diese einen anderen Wirkmechanismus aufweisen.
CBD kann in Kombination mit Opioiden beispielsweise zu einer Reduzierung dieser Schmerzmittel führen.

Auch bei einem schmerzvollen Opioid-Entzug kann CBD wirkungsvoll eingesetzt werden.

 

3. CBD hilft sehr wohl bei Schmerzen, nur nicht bei allen

Seit langem bekannt ist, dass CBD bei akuten Schmerzen unwirksam ist.

Aber auch bei anderen akuten Beschwerden hat CBD keinen sofort einsetzenden Effekt. So etwa auch bei akuter Epilepsie, obwohl es für einige Formen der Epilepsie bereits ein zugelassenes Medikament mit CBD gibt. Das Cannabidiol-haltige Arzneimittel Epidyolex muss aber ebenso über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, damit es wirkt.

Bei chronischen Schmerzen hingegen hat CBD sehr wohl ein hohes Potenzial als effektives Schmerzmittel. So deuten etwa einige Studien³ darauf hin, dass die topische Anwendung von CBD beispielsweise bei chronischen Rückenschmerzen eine deutliche Reduzierung der Schmerzen bewirkt.

Ebenso bei Schmerzen im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen kann CBD eine natürliche und nebenwirkungsschwache Behandlungsalternative sein. Dazu zählen auch die in der Eingangsstudie erwähnte chronische Arthritis.

Hanf-Extrakte mit CBD. Vieles, aber nicht unwirksam!

CBD ist nicht wirkungslos, aber es braucht mehr sinnvolle Studien

Leider fehlen bei vielen Anwendungsgebieten noch aussagekräftige Studien, welche besonders den alleinigen Einsatz von CBD, idealerweise in Form von sinnvoll dosierten Hanf-Extrakten, untersuchen.

In dieser Form wird CBD nämlich bereits von hunderttausenden Menschen weltweit verwendet. Und das nicht unwirksam, sondern mit vielen positiven Erfahrungsberichten.

Nicht immer und bei jedem kann CBD die gewünschte Wirkung entfalten, und doch sprechen die Geschichten von Anwenderinnen und Anwender wahre Bände.

 

Hier kann CBD dir helfen

Korrekt angewendet wird besonders häufig bei diesen Beschwerden von einer positiven Wirkung von CBD berichtet:

  • Chronische Gelenksschmerzen
  • Chronische Rückenschmerzen
  • Chronische, entzündungsbedingte Schmerzen
  • Rheuma und Arthritis
  • Regelschmerzen
  • Migräne
  • Schlafprobleme
  • Ängste und Stress
  • Depressionen
  • Fibromyalgie

Schlussfolgerung: Nein, CBD ist nicht wirkungslos!

Abschließend können wir nur nochmal betonen, dass die Pramhas-Studie keine allgemeine schmerzstillende Wirkung von CBD untersucht hat, sondern lediglich die Kombination von Paracetamol mit CBD.
Die Erkenntnis: Paracetamol alleine wirkt genauso gut wie Paracetamol + CBD.

Dieses Studienergebnis steht aber ohnehin im Einklang mit früheren Beobachtungen. Es ist also nichts Neues.
Der Grund für den untersuchten Effekt liegt darin, dass Paracetamol am selben CB1-Rezeptor wie CBD interagiert, und daher die beiden Wirkstoffe wohl nicht akkumuliert werden können.

Bei anderen Schmerzmitteln sieht es womöglich ganz anders aus – dort könnte CBD tatsächlich eine zusätzliche Wirkung hervorrufen. Bisherige Untersuchungen und noch offene Studien legen bereits nahe, dass durch den Einsatz von CBD andere, weniger verträglicher Medikamente reduziert werden können.

Hanf-Extrakte, so etwa Vollspektrum CBD-Öle, wirken zudem effektiver als reines CBD. Durch den synergetischen Effekt mit den anderen Wirkstoffen, wie Cannabinoide und Terpene, können bessere Ergebnisse erzielt werden.

Auch einzelne Terpene können schmerzreduzierend wirken. Etwa Myrcen, ein Terpen welches in vielen Hanf-Extrakten vorhanden ist, wurde in einer Studie⁴ positiv auf analgetische und entzündungshemmende Eigenschaften durchsucht.

 

Solltest du den Selbstversuch mit CBD also in Erwägung ziehen, ist die beste Option, zu Vollspektrum Hanf-Extrakten mit einer ausreichenden Menge an CBD (mindestens 10%) zu greifen. Außerdem ist eine regelmäßige Einnahme über mehrere Wochen oder Monate empfehlenswert. CBD wirkt selten schon nach kurzer Zeit, es bedarf meistens einer längeren Anwendung.

Quellen:

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