Das Rauchen von nikotinfreien Kräutern scheint wieder populärer zu werden und auf immer mehr Zuspruch zu stoßen. Immerhin stellt es eine weniger schädliche Alternative zu gewöhnlichen Zigaretten dar und – besser noch – kann auch dabei helfen, vom Tabak loszukommen.
Viele experimentieren mit getrockneten Teekräutern wie etwa Eibisch, Himbeerblätter oder Kamillenblüten. Ein besonderes Kraut, welches sogar schon vor Jahrhunderten oder gar noch früher geraucht wurde, ist Huflattich.
Warum du besonders beim Rauchen von Huflattich aufpassen, beziehungsweise lieber ganz drauf verzichten solltest, erfährst du in diesem Artikel!
Warum du Huflattich lieber nicht rauchen solltest
Huflattich enthält Giftstoffe, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA). Diese gelangen durch das Rauchen besonders leicht in deinen Körper und können dort zu Vergiftungen und Leberschäden führen. Außerdem wurde in Tierversuchen herausgefunden, dass sie das Erbgut schädigen und zu Zellmutationen führen. Dadurch kann Krebs entstehen.
Auch wenn Huflattich also gemeinhin als zum Rauchen bekannt ist, verzichte darauf, ihn zu rauchen oder zu verdampfen. Ebenso als Tee aufgegossen nimmst du diese Pyrrolizidinalkaloide auf und riskierst somit Vergiftungserscheinungen oder Schlimmeres.
Auf die Dosis kommt es an
Natürlich gilt wie so oft auch hier der Leitspruch: „Auf die Dosis kommt es an“. Falls du also vielleicht schon mal Huflattich geraucht hast, oder es in einer Rauchmischung enthalten war, so wirst du nicht gleich davon sterben. Besonders regelmäßig über einen längeren Zeitraum, oder in sehr hohen Mengen konsumiert, kann Huflattich wirklich gefährlich für dich werden.
Gezüchteter Huflattich ohne Pyrrolizidinalkaloide
Mittlerweile gibt es zum Glück Züchtungen, welche keine Pyrrolizidinalkaloide mehr enthalten. So darf etwa in vielen Ländern nur noch Huflattich, etwa in hustenstillenden Teemischungen, ohne PA an Kunden und Patienten verkauft werden. Diesen Huflattich erkennst du beispielsweise an der Deklaration „PA-Frei“. Im Zweifel solltest du aber auf den Kauf dieses alten Heilkrautes verzichten und besser eine Alternative wählen.
Im Mittelalter gegen Hustenerkrankungen eingesetzt
Bereits vor Jahrhunderten rauchten die Menschen Huflattichblätter aufgrund seiner reiz- und hustenstillenden Wirkung. Aufgrund dieses Umstandes wird er auch heute noch oft bei Husten oder andere Atemwegsbeschwerden empfohlen. Sowohl in Form von Tee, als auch zum Rauchen liest und hört man immer wieder von Huflattich. Wie du bereits gelernt hast, sind diese Ratschläge aber mit höchster Vorsicht zu genießen und der verwendete Huflattich sollte unbedingt eine PA-freie Züchtung sein.
Alternativen bei Reizhusten
Es gibt neben Huflattich auch andere Heilkräuter, die als Reizstillend und Hustenlindernd bekannt sind, ohne bedenkliche Inhaltsstoffe.
- Eibisch
- Königskerze
- Salbei
- Thymian
- Himbeerblätter
Diese kannst du ohne Bedenken etwa als Tee genießen, oder deiner Rauchmischung* hinzufügen. Sie sind altbewährt bei Husten und wirken teilweise auch antibakteriell.
*Beim Rauchen an dieser Stelle der eindringliche Hinweis, dass das Einatmen von Rauch natürlich gewisse Gesundheitsrisiken birgt. So entstehen beim Verbrennen von Pflanzenmaterial immer Schadstoffe, wie etwa Kohlenmonoxid oder Benzol. Die Gefahren, die von diesen Stoffen ausgehen, sind aber auch hier getreu dem Motto „Die Dosis macht das Gift“ in Relation zu betrachten. So atmen wir auch bei einem gemütlichen Abend vorm Lagerfeuer eine hohe Menge dieser Schadstoffe ein und es passiert auch nichts.
Weitere Kräuter, die du rauchen kannst
Neben den vorhin genannten Kräutern, die also weniger bedenklich als Huflattich sind, kannst du noch viel mehr Kräuter rauchen.
So helfen sogenannte Kräuterzigaretten vielen Menschen beim Abgewöhnen von Tabak. Genießer:innen von Cannabis mischen auch gerne verschiedenste Kräuter zu ihrem Hanf, als Alternative zum Suchtstoff Tabak und Nikotin.
Besonders beliebt bei Rauchmischungen sind folgende Kräuter:
- Kamillenblüten
- Hopfenblüten
- Rosenblütenblätter
- Lavendel
- Brombeerblätter
- Ringelblume
- Grünteeblätter
- Damiana
Verdampfen als gesündere Methode
Wie wir schon erwähnt hatten, ist das Rauchen, auch ohne Tabak, nicht ganz unschädlich. Eine immer beliebtere Methode stellt aber das Verdampfen von Kräutern oder Cannabis dar. In einem geeigneten Gerät, sogenannte Vaporizer, werden die Kräuter lediglich erwärmt und nicht verbrannt.
Damit atmest du die Dämpfe und Wirkstoffe der Kräuter ein, ohne aber Schadstoffe aufzunehmen. Eine Art Aromatherapie also. ☺️
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